Easy German audio files for student learners - with accompanying full texts

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AustauschTeileins.pngListen to Austausch, Teil eins here 

Austauschteilzwei-Sieoderdu.pngListen to Austausch, Teil zwei here

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Sarahs Notizbuch – die erste Seite

Manche der folgenden Sätze sind formal. Sie sind ideal, wenn du Erwachsene ansprichst. In anderen Sätzen wird die Du-Form benutzt. Wenn du mit Kindern, Freunden oder Mitschülern sprichst, kannst du diese Form verwenden.

Nach jedem Satz mache ich eine Pause. So kannst du den Satz wiederholen.

  • Schön, Sie kennenzulernen.
  • Es freut mich, Sie kennenzulernen.
  • Der Flug war sehr lang und anstrengend. Ich bin ein bisschen müde.
  • Ich glaube, ich habe einen Jetlag.
  • Vielen Dank, dass Sie mich bei sich aufnehmen.
  • Vielen Dank  für Ihre Gastfreundschaft.
  • Vielen Dank für eure Gastfreundschaft.
  • Vielen Dank für deine Gastfreundschaft.
  • Ich finde das Zimmer sehr schön.
  • Ich fühle mich hier wohl.
  • Das ist sehr nett von Ihnen.
  • Ich bin Ihnen sehr dankbar.
  • Das ist sehr nett von dir.
  • Ich bin dir sehr dankbar.
  • Ich würde gerne so viel wie möglich auf Deutsch sprechen.
  • Ich möchte mein Deutsch so viel wie möglich üben, um besser sprechen zu können.
  • Kannst du die Frage auf Deutsch wiederholen, nur ein bisschen langsamer, bitte.
  • Können Sie dieses Wort aufschreiben?
  • Können Sie diesen Satz aufschreiben?
  • Kannst du dieses Wort aufschreiben?
  • Kannst du diesen Satz aufschreiben?
  • Können Sie das noch mal sagen, bitte?
  • Kannst du das noch mal sagen, bitte?
  • Tut mir leid, ich habe das nicht verstanden.
  • Tut mir leid, ich habe das nicht völlig verstanden.
  • Ich verstehe nicht genau, was Sie meinen.
  • Ich verstehe nicht genau, was du meinst.
  • Tut mir leid, ich bin ein bisschen nervös!
  • Darf ich den Code für das Internet (das W-LAN) haben? 

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START: Paul und ich sitzen immer noch im Flieger.

Das Essen war lecker und wir haben danach ein bisschen gedöst. Als ich aufwache, frage ich mich, ob Paul auf Deutsch träumt. Das wäre für mich ein Albtraum! Aber zumindest würde das zeigen, dass ich anfange, auf Deutsch zu denken.

Ich klopfe Paul leicht auf die Schulter. «Bist du wach?»

«Nein», sagt er.

«Bitte, Paul. Du kannst später schlafen. Ich will, dass du mir das Duzen und das Siezen erklärst. In den ersten drei Jahren haben wir  in der Schule immer nur das Du benutzt. Ich hatte damals keine Ahnung, dass das Sie überhaupt existiert.»

Paul nickt. «Weißt du, Sarah, ich bin auch kein Experte. Für mich war es ein bisschen seltsam, als ich zum ersten Mal nach Deutschland kam, denn ich hatte vorher auch nur das Du benutzt. Meine Mutter musste mir das Siezen beibringen.»

«Wirklich?»

Ich habe diese Anrede, das Sie, erst in der zehnten Klasse gelernt. Drei Wörter für you! Nicht nur du und ihr, sondern auch Sie!

Ich sage zu Paul: «Ich finde das verwirrend für uns Australier. Wir sind und sprechen nicht so formal. Wir tragen Flip-Flops und benutzen dumme Kosenamen. Die einzigen Leute, die ich mit “Mr” und “Mrs” anspreche, sind meine Lehrer und Lehrerinnen.»

«Die Deutschen sind nicht so anders», sagt Paul. «Vielleicht ein bisschen reservierter. Aber keine Sorge, du kannst alle Kinder und alle deine Mitschüler duzen. Kein Problem. Du musst nur alle Lehrer und ältere Leute siezen, zum Beispiel die Verkäufer und Verkäuferinnen im Laden. Und die Polizei.» Er grinst. «Das zeigt Respekt. Jemand, der einen Polizisten duzt, bekommt Ärger. Vielleicht sogar eine Geldstrafe.»

“Wie bitte? Das darf nicht wahr sein!”

Paul lächelt mich an. “Doch. Es gibt solche Fälle. Aber das würde dir nie passieren. Der Polizist würde verstehen, dass du Ausländer bist. Die Geldstrafen sind nur für Leute, die wirklich respektlos sind. Und zwar mit Absicht.”

Ich bin erleichtert. «Und soll ich meine Gasteltern siezen?»

«Sie werden dir sagen, ob du sie siezen oder duzen sollst. Am besten siezt du sie am Anfang, aber wahrscheinlich werden sie sagen: Das ist schon okay, du kannst uns duzen. Viele freundliche Erwachsene sagen so etwas.»

Siezen und duzen. Im Deutschen gibt es sogar Verben dafür.

Am Anfang fand ich Deutsch gar nicht so schwierig. Haus, Mann, Bruder und Mutter! Das ist doch einfach, oder? Leider erscheint mir die Sprache mit der Zeit immer komplizierter.

Ich lehne mich zurück. Langsam werde ich schläfrig. Vielleicht bin ich gerade dabei, meinen ersten Traum auf Deutsch zu haben.

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START: Ich sitze im Flugzeug. Endlich bin ich auf dem Weg nach Deutschland.

Eigentlich habe ich gemischte Gefühle. Ich freue mich wirklich auf die Reise, aber ich habe auch ein bisschen Angst. Wie wird meine Gastfamilie sein? Was, wenn ich etwas total Doofes sage? Werden sie mich trotzdem verstehen? Ich habe viel gelernt und wiederholt, aber wird das genug sein?

Obwohl wir nur eine Stunde weg von Melbourne sind, bin ich schon richtig nervös. Ich versuche mich an alle Regeln zu erinnern. Ich darf zum Beispiel nicht vergessen, dass ich Erwachsene siezen muss! Außer wenn sie sagen, ich darf sie duzen. Das ist viel komplizierter als im Englischen. Aber meine Lehrerin sagt, die meisten Leute werden sehr nett sein, selbst wenn ich solche Fehler mache. Ich hoffe, das stimmt.

Mein Freund Paul sitzt neben mir. Er macht sich keine Sorgen. Er schaut sich bereits einen Film auf dem kleinen Bildschirm vor sich an. Dieser Austausch ist gar nicht schwierig für ihn, denn seine Mutter ist Deutsche und er spricht zu Hause viel Deutsch. Außerdem war er schon viele Male in Deutschland, denn die Familie seiner Mutter lebt immer noch dort. Ich schaue auf seinen Bildschirm. Das Wort «Tatort» ist darauf zu sehen. Ich habe schon von dieser Fernsehsendung gehört. Sie ist in Deutschland sehr beliebt, denn die Deutschen lieben Krimis und Krimiserien.

Ich stoße Paul an. «Ich brauche dich!», sage ich. Zumindest kann ich das sagen.

«Was ist?», sagt er. Er nimmt die Kopfhörer ab und sieht mich an.

«Tut mir leid», sage ich. «Ich will eine Liste von hilfreichen Sätzen auf Deutsch machen. Du bist der Experte hier.»

Paul stöhnt. «Schon gut», sagt er. «Ich mag Tatort sowieso nicht so gern.»

Er ist ein netter Kerl, Paul. Geduldig. Besonders mit nervösen Mädchen.

Ich sammle meine Gedanken. «Wenn ich meine Gastfamilie am Flughafen sehe, was sollte ich sagen?» Ich versuche, die Wörter sehr klar auszusprechen, als wäre ich schon in Deutschland, am Flughafen, mit meinen Gasteltern.

Paul denkt darüber nach.

«Sag zu den Eltern: Guten Tag. Schön, Sie kennenzulernen», antwortet er. «Aber mit den Kindern und der Familie, musst du nicht so formal sein. Du kannst einfach sagen: Hallo, ich heiße Sarah. Es freut mich. Oder: Es freut mich dich kennenzulernen.»

Ich schreibe alles auf. Nicht «Ich heiße Sarah», denn selbst für mich ist das einfach. Ich habe ein kleines Notizbuch für die anderen nützlichen Sätze mitgebracht. Paul ist offensichtlich amüsiert, dass ich so nerdig bin! Er liest über meine Schulter.

Ich habe noch eine Frage. «Und wenn sie mir mein Zimmer zeigen? Könnte ich sagen: Vielen Dank, das ist ein schönes Zimmer. Oder klingt das doof?»

Paul ist sehr ermutigend. Er sagt: «Nein, das klingt perfekt. Oder du könntest auch sagen: Danke, das Zimmer gefällt mir sehr gut. Oder, Danke, das ist schön. Ich mag dieses Zimmer. Oder, Was für ein schönes Zimmer! Das ist sehr nett von Ihnen, dass ich hier schlafen darf!»

Okay, das ist vielleicht genug für jetzt. Ich kann ein bisschen mehr in meinem Wörterbuch nachschlagen. Aber vorher habe ich noch eine sehr wichtige Frage: 

«Dieses Du- und Sie-Ding», sage ich. «Das ist so verwirrend. Wie funktioniert das eigentlich?» 

«Das erkläre ich dir später», sagt Paul. «Guck mal, wir bekommen unser erstes Essen. Keine Sorge, der Flug dauert vierundzwanzig Stunden!»

Paul hat recht. Ich lächele ihn an. «Du bist der Beste», sage ich.

Er versucht bescheiden auszusehen. Er scheitert. «Danke, das weiß ich schon», antwortet er.

Nächste Folge: Über Siezen und Duzen